Nutzung der Erdwärme im Land Brandenburg

Die Nutzung der Erdwärme bildet ein bisher noch weitgehend ungenutztes Energie­potential. Die Nutzung der Geothermie am Standort Prenzlau-Nord mit Gewinnung von trockener Erdwärme zur Freisetzung von ca. 1.000 MW/h im Jahr und Abwärme­speicherung und der Wärmeentzug in der Betriebsstätte Golm sind die nennens­werten geothermischen Vorhaben im Land Brandenburg. Beide Anlagen arbeiten wirtschaftlich und störungsfrei.

Die Untersuchungsarbeiten in der Erdgasaltbohrung Groß Schönebeck 3/90 fanden am Ende 2003 ihren vorläufigen Höhepunkt mit dem Nachweis, dass am Standort Groß Schönebeck eine geothermale Stromerzeugung realisierbar ist. Mit Hilfe der praktizierten Injektionsteste war es gelungen, die Produktivität der niedrigthermalen sedimentären Lagestätte so zu steigern, dass die für eine geothermale Stromerzeu­gung notwendige Solemenge aus der Bohrung bereitgestellt werden konnte. Mit dem Abteufen der zweiten Bohrung wurde am 20.04.2006 begonnen.

Am Standort Neuruppin sollen noch im Herbst 2006 die Aufschlussarbeiten beginnen. Hier ist das Niederbringen einer Dublette (2 Bohrungen) vorgesehen.

Für die Geothermie-Standorte

  • Pritzwalk
  • Velten

liegen noch keine konkreten Nutzungskonzepte vor.

Die Wärmespeicheranlage Reichstag in Berlin läuft im Regelbetrieb

(Wärmeeintrag = Wärmeentzug).

Hierbei wird die im Sommer anfallende Abwärme des mit Biodiesel betriebenen Block­heizkraftwerkes (BHKW) zur Stromversorgung der Gebäude zum Teil genutzt, um Wasser auf etwa 700C zu erwärmen. Dieses wird dann in einem Aquifer in einer Tiefe von ca. 300 m gespeichert. Der übrige Anteil der Abwärme wird einer Wärme­pumpe zugeführt und dient der Kühlung der Gebäude. Dieser Prozess wird durch die Förderung von bereits auf ca. 6-100C gekühltes Grundwasser (Normaltemperatur rund 120C) aus einer Tiefe von ca. 50 m unterstützt.

Im Winter dient die im BHKW anfallende Abwärme der Heizung der Gebäude. Außerdem kann warme Sole aus dem Aquifer gefördert werden, um bei voller Heizleistung weniger Brennstoff zu verbrauchen. Das obere Grundwasserstockwerk in ca. 50 m Tiefe wird auch zur Beheizung genutzt, indem etwa 220C warmes Grund­wasser gefördert und über die Wärmepumpe weiter aufgewärmt wird. Zur Unter­stützung wird Umgebungsluft (bei Außentemperaturen von unter 00C) angesaugt, über einen Trockenkühler geführt und zur Kältepufferung für die Sommermonate genutzt.

Kontakt


Weitere Informationen


Externe Links

Geothermieportal

Kontakt:

Frau Silke Reyes; Telefon: (0355) 48640 164 

e-mail: Silke.Reyes@lbgr.brandenburg.de