Landesuntersuchung und Geopotenzialbewertung

Als Kompetenzzentrum für die Landesgeologie verfügen wir über das Wissen zu den gesamten Geopotenzialen vom Boden, Baugrund, über die Rohstoffe, die Erdwärme bis hin zum Grundwasser. Da gute Daten die Voraussetzung für tragfähige Entscheidungen sind, hält das LBGR diese in elektronischen und konventionellen Geoarchiven zum Landesterritorium von der Oberfläche (Boden) bis zu einer Tiefe von mehreren Tausend Metern vor. Die hier gepflegten komplexen Datenbestände sind im und für das Land Brandenburg einmalig und wichtigste Grundlage für die hohe Beratungsqualität durch unsere Spezialisten. Diese Fachinformationen sind unverzichtbar sowohl für eine moderne und faktengestützte Landesplanung, als auch für die Daseinsvorsorge Brandenburgs. Wichtiger Bestandteil dieser weiter auszubauenden Archive ist die Bohrungsdatenbank des Landes Brandenburg, in der ein Bestand von ca. 170 000 Einzelbohrungen mit Angaben zur Schichtenfolge und zu den Geopotenzialen erfasst ist. Da die Gewinnung von Tiefenaufschlüssen sehr hohe Finanzaufwendungen erfordert, ist die möglichst vollständige Vorhaltung und Pflege der Bohrungsinformationen als Kernstück des Geoarchivs Voraussetzung für die hohe Qualität der Aufgabenerfüllung. Dies gilt erst recht für die im Bohrkern- und Probenarchiv Wünsdorf aufbewahrten Bohrkerne und Einzelproben.

Schwerpunkte

Wasser

Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie vom 22.12. 2000 (EU-WRRL) für die Bundesrepublik Deutschland zur Erreichung eines guten qualitativen und quantitativen Zustandes des Wassers bis 2015 (Grund- und Oberflächenwasser) ist ohne geologische, boden- und hydrogeologische Grundlagen nicht möglich. Hierzu arbeitet das LBGR eng mit anderen brandenburgischen Fachbehörden zusammen und führt diesbezügliche Kartierungsarbeiten durch. Deren notwendige Verfügbarkeit bis zum Jahr 2015 verlangt eine Intensivierung der hydrogeologischen Kartierungstätigkeit. Wegen der zu besorgenden Beeinträchtigung des Grundwassers durch Salzwasserintrusionen sind für Brandenburg hochgenaue Analysen erforderlich, um die komplizierten genetischen Zusammenhänge und hydrodynamischen Fließverhältnisse mit ausreichender Genauigkeit ermitteln zu können. Das zu diesem Zweck im LBGR in Erarbeitung befindliche Grundwassergenesemodell GD B. Rechlin liefert hierfür eine für die Wasserversorgung sehr anwendungsorientierte Bewertungsgrundlage.
Unter Berücksichtigung dieser steigenden Anforderungen ist ein Kompetenzausbau für Geologie und Hydrogeologie unabdingbar. Sollten geologische Basisdaten nicht oder nur unzureichend zur Verfügung stehen, ist es kaum möglich, die Auswirkungen der Flächennutzung auf die qualitative und auch quantitative Entwicklung von Grund- und Oberflächenwasser sicher zu beurteilen wie das in der EU-WRRL gefordert wird. Ihren Niederschlag findet dies im Landeswassergesetz, §§ 15 und 23, wonach das LBGR u.a. die hydrogeologischen Grundlagen für die Bestätigung von Trinkwasserschutzgebieten und für die Festsetzung von diesbezüglichen Nutzungsbeschränkungen verantwortet.

Boden

Bodengeologie. Das LBGR bündelt das bodenkundliche Fachwissen für das Land Brandenburg. Neben dem ständig zu aktualisierenden und bundesweit abgeglichenen Know-how werden vor allem Daten über die Böden Brandenburgs gesammelt und für Nutzer in Informationssystemen, d.h. in digitalen Kartenwerken mit Datenbanken aufbereitet. Dabei werden neben aktuellen Erhebungen zum Boden einschließlich der Laboruntersuchungen unterschiedliche Datengrundlagen aus der Vergangenheit als auch von anderen Einrichtungen sowie aus Projekten genutzt, fachlich aufbereitet und nach einheitlichen Kriterien ausgewertet.
Diese Bodendaten werden auf Landesebene bereit gestellt; sie können so als fachliche Grundlagen für Planungsprozesse und damit für Standortentscheidungen herangezogen werden, in denen durch Gesetze der Boden als Schutzgut zu berücksichtigen ist. Da die Datenerhebung bundes- und EU-weit abgestimmt ist, sind ihrem Austausch keine Grenzen gesetzt.

Landesplanung - Geodaten

Brandenburg befindet sich auf dem Wege zur Informations- und Kommunikationsgesellschaft. Schwerpunkt ist der Ausbau eines modernen Geodatenmanagements. Geoinformationen (orts- und raumbezogene Daten zur Beschreibung von Gegebenheiten eines Landes) bilden einen wesentlichen Teil des in der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft,  sind Grundlage für eine moderne Landesplanung und werden zunehmend zu einem Wirtschaftsfaktor.

Die Aufgaben der geologischen Landesuntersuchung werden künftig noch komplexer und verlangen disziplinäre und integrative Lösungsansätze. Die optimale Zusammenführung aller geologischen Fachdisziplinen vom Boden bis in den tiefen Untergrund ist die wichtigste Synergie in der Tätigkeit des LBGR als geologischer Landesdienst. Diese Synergie zahlt sich auch für die breit gefächerten Nutzer aus, denn geologische Daten sind umfassend nutzbar. Auf der Basis verbindlicher gesetzlicher Regelungen steht diese geologische Facharbeit auch den anderen Ressorts der Landesregierung zur Verfügung.

Spezialkarten

Eine wesentliche Innovation wurde mit der digitalen Verfügbarkeit der Karteninhalte erreicht. Nicht nur, dass Fachdaten schneller verfügbar sind, sondern mit einigen ersten Produkten besteht auch die Möglichkeit der Ableitung von Themenkarten bzw. Spezialkarten, entsprechend den Wünschen der Nutzer. So wie bisher zum Boden, soll diese Entwicklung auch auf andere Bereiche der Landesuntersuchung ausgedehnt werden. Neue Schwerpunkte verlangen ein ausgewogenes Verhältnis von Kontinuität und Innovation. Neue Anforderungen erwachsen aktuell aus der erforderlichen Neuerarbeitung bzw. Angleichung vorhandener geologischer Entscheidungsgrundlagen auf Bundes- und europäischer Ebene.

Modernes Datenmanagement - Fachdatenaufbereitung

Zu den bewährten Standardprodukten der geologischen Dienste gehören geowissenschaftliche Fachkarten in unterschiedlichen Maßstäben, die die Geologie bzw. einzelne Geopotenziale des Bodens, der Oberflächengeologie und des Untergrundes in übersichtlicher Form darstellen. Diese geologischen Produkte sind gleichermaßen Grundlage für die Nutzung und den Schutz der brandenburgischen Geopotenziale. Leider liegen für das Land Brandenburg bisher nur von einem Teil des Landesgebietes moderne und detaillierte Fachkarten vor. Daher ist das Programm der geologischen Landesaufnahme als Langzeitprogramm des geologischen Landesdienstes fortzusetzen. Die hier zu erarbeitenden geologischen und thematischen Karten sind eine optimale Möglichkeit zur gebotenen Berücksichtigung geologischen Sachverstandes bei der Landes- und Regionalplanung. Ihre Darstellung erfolgt nach Vorgaben, die mit den benachbarten deutschen Ländern und z. T. auch mit Polen abgestimmt sind.

Weitere Artikel

Kontakt

Weitere Informationen